Okt 2008

Typisierung von Arbeitsfarbräumen: AdobeRGB

AdobeRGB Summary *
Condition AdobeRGB
Display Luminance level 160.00 cd/m2 (zum Vergleich: 80 cd/m2 bei sRGB)
Display White Point x = 0.3127, y = 0.3290 (D65 -- wie sRGB)
Display model offset (R, G and B) 0.0
Display input/output characteristic 2.19921875
Reference ambient illuminance level 32 lux (64 lux bis sRGB)
Reference Ambient White Point x = 0.3457, y = 0.3585 (D50)
Reference Veiling Glare
Red   x=0.6400, y=0.3300 
Green x=0.2100, y=0.7100 
Blue  x=0.1500, y=0.0600  
White x=0.3127, y=0.3290  
Primärvalenzen für AdobeRGB
RotGrünBlauMedien-Weißpunkt (D65)
X0,6100,2050,1490,950
Y0,3110,6260,0631,000
Z0,0190,0610,7451,089

* Der AdobeRGB-Farbraum basiert auf der Monitorcharakteristik und einem Umgebungslicht für das Arbeiten an grafischen Arbeitsplätzen. Die offizielle Beschreibung des AdobeRGB-Farbraums kann auf den Seiten von Adobe als PDF-Dokument geladen werden. Die Daten auf dieser Seite sind rein informativ.

AdobeRGB wurde 1998 von Adobe entwickelt. Der Farbraum sollte die meisten CMYK-Farben eines Farbdruckers auf einem Monitor wiedergeben. AdobeRGB vereinigt etwa 50% der im Lab-Farbraum definierten Farben und überbietet zudem das Gamut des sRGB-Farbraums in allen tonalen Stufen von Cyan-Grüntönen. Daneben bringt AdobeRGB 1998 gegenüber sRGB eine kleine Erweiterung in den gesättigten Magenta-, Orange- und Gelbtönen. In den Tiefen allerdings erstreckt sich AdobeRGB nicht so weit wie sRGB (außer im dunklen Grün).

Der Farbraum, der in Photoshop 5.0.2 noch SMPTE-240M genannt wurde, wurde umbenannt, als der finale SMPTE-240M vom Standardisierungskommitee auf ein kleineres Gamut gesetzt wurde. Adobe RGB ist nah am NTSC-Farbraum (dem Farbraum für das amerikanische Farbfernsehen) und hat ein Gamut, in das die Farbräume der meisten Ausgabegeräte für den Druck und Displays locker hineinpassen. Aufgrund dieser Größe sollte Adobe RGB nur dort eingesetzt werden, wo die Inhalte mit 16 Bit Farbtiefe erzeugt und verarbeitet werden. Eine große Zahl von Farben kann mit einem Euroscala-Druck nicht wiedergegeben werden, insbesondere Farben aus dem grünen Bereich des Farbraums. Sinn macht dieser Farbraum erst, wenn das Druckverfahren mit 6 Farben arbeitet.


Die Frage, ob Bilder besser im sRGB oder im AdobeRGB aufgehoben sind, reduziert sich auf den Inhalt des Bildmaterials und die eventuelle Druckausgabe. Wer dramatisch farbige Szenarien mit cyan-grünen Mitteltönen und Magenta in den Lichtern im RAW-Format fotografiert und mit 16 Bit Farbtiefe bearbeitet, wird mit dem zusätzlichen Farbvorrat von AdobeRGB glücklich.

sRGB hingegen holt mehr aus den Tiefen des Bildes, da sRGB dort mehr Bits spendiert. sRGB bietet einen einfacheren Workflow und ist dort angebracht, wo Bilder mit 8 Bit Farbtiefe aufgenommen werden.

Weitere wichtige Arbeitsfarbräume: eciRGB

Der eciRGB_v2-Farbraum zählt zu den standardisierten RGB-Farbräumen (ISO 22028). Er wird von der ECI (European Color Initiative) als Arbeitsfarbraum für die professionelle Bildbearbeitung empfohlen und deckt praktisch alle Druckverfahren sowie sämtliche verbreiteten Displaytechniken ab. Er erfüllt damit insbesondere die Ansprüche für eine farbrichtige Produktion im grafischen Gewerbe. Ein entsprechendes ICC-Profil für die Einbindung in Bildbearbeitungsprogrammen bzw. Testbilder für die Kalibrierung des Monitors können von der ECI-Webseite kostenlos heruntergeladen werden.

eciRGB_v2 weist ein ähnlich großes Gamut auf wie AdobeRGB. Der wesentliche Unterschied zwischen AdobeRGB und eciRGB_v2 liegt im Gamma des Farbraums. Während AdobeRGB einen festen Wert – 2,2 – als Gamma aufweiset, ist eciRGB_v2 mit einer L*-Charakterisierung definiert (die erste Version des eciRGB benutzte noch ein Gamma von 1,8). L* ist eine Helligkeitsverteilung, die der des menschlichen Auge besser angepasst ist und die auch im LAB-Farbraum verwendet wird. L* verringert die Gefahr von Farbabrissen bei der Bearbeitung von Bildern.

Leider gibt es bislang nur wenige Möglichkeiten, Bilder direkt im eciRGB zu erzeugen. Spiegelreflexkameras bieten meist nur sRGB und AdobeRGB als Farbraum für die erfassten Bilder und Photoshop CS3 transformiert RAW-Bilder nur in sRGB, AdobeRGB, ProPhoto-RGB.

eciRGB bei Wikipedia

LStarRGB

LStarRGB war eine »Verbesserung« von eciRGB der Version 1. Es ist mit denselben Primärvalenzen wie eciRGB definiert, aber seine Gradation ist so konstruiert, dass die RGB-Werte der Grauachse linear zum L* des L*a*b*-Farbraums verlaufen. So erzeugt die L Star-Methode den höchstmöglichen Informationsgehalt für den menschlichen Sehsinn. (L Star-RGB Download oder L Star-RGB, Die ideale Kombination von eciRGB und CIE L*a*b*)

Wide Gamut RGB

Wie der Name schon sagt, handelt es sich hier um einen extrem großen Farbraum. Er basiert auf den monochromatischen Primärfarben von 700, 525 und 450 nm. Obwohl diese Wellenlängen durch Laser erzeugt werden können, liegt das Rot in einem Bereich, in dem die Aufnahme durch das menschliche Auge sehr gering ist. Da ein 700 nm-Rot signifikant mehr Energie kostet als die Helligkeit der beiden anderen Wellenlängen und die Kosten proportional zur Energie sind, ist es effektiver, eine kürzere Wellenlänge für Rot bei 610 nm zu benutzen.

AppleRGB

RIP (Rest in Peace).